the empire strikes back, 2005, alabaster, e-waste, horsehair

2005

35x34x55cm

Universität POTSDAM/Golm   WS 2004/05  

Grundlagen der Plastik und Skulptur A3 Dozentin:  Claudia Güttner

Alexander Oberhoff-Droste   Matr.Nr.: 725619

Titel der Arbeit: „ DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK“

 

 

 

Die Idee zu diesem Objekt kam mir spontan, nachdem im Unterricht bekannt wurde, dass zum Erreichen eines Leistungsscheines eine weitere Arbeit in einer anderen Technik (an-/abtragen) zu erbringen sei. Neben meiner Metallplastik war nun also eine Styropor- Gips – Skulptur in abtragender Technik zu erarbeiten. Sofort war mir klar, dass ich dann nur mit echtem Stein arbeiten würde. Im gleichen Gedanken fiel die Wahl auf den Stein Alabaster – das Material mit welchem ich davor schon ein „objet trouvé“ fertigte und das mir vertraut war. Ich nahm einen Bleistift, zeichnete eine einfache Skizze und legte diese Fr. Güttner vor. Der Entwurfsvorschlag wurde von Ihr angenommen, wobei wir feststellten, dass ein zu erstellendes Modell bei dieser Arbeit hinfällig erschien. Damit war die Idee geboren! Ich besorgte mir noch während der Unterrichtsstunde, auf dem „Campus eigenen Computerschrottplatz“ einen geeigneten ausrangierten Monitor.

Dabei ist es kein Zufall, dass auch dieses Objekt Computer-/Elektronikschrott mit in seine äußere Form bzw. inhaltliche Aussage einbezieht. Die im WS 2004/05 im Kurs „Grundlagen der Plastik und Skulptur A3“ von mir erstellten Arbeiten hatten somit alle einen parallelen Bezug auf vorrausgehende Arbeiten und Gedanken von mir.

Die beiden hauptsächlich wirkenden Materialien sind hellgrauer Kunststoff ( Farbe ist synonym für Computer) und weißer halbtransparenter Alabaster. Des weiteren besteht das Objekt aus Glas und Rosshaar. Bei der ersten Betrachtung fallen die beiden konkurrierenden Hauptmaterialien Stein und Kunststoff auf, obwohl rein Flächenbezogen auch das Glas der eingeschlagenen Bildröhre eine dominierende optische Wirkung hat, dieser Eindruck  sich  aber durch die exponierte und etwas überlebensgroße Alabaster Faust verliert. Das bei näherem Anblick erkennbare Rosshaar verstärkt den organisch lebendigen Charakter des Alabasters im Kontrast zur toten Materie des Monitors.

 

 

Unterbewusst gibt die Eigenschaft des Monitors klare Auskunft über die Ansichtigkeit des Objekts. Die gesamte Aktion findet zu einer Richtung – der Frontseite statt. Durch die nach vorn herausragende Faust ist die Veränderung des Monitors auch von der linken und rechten Seite sowie von oben oder unten erkennbar.  Die Dynamik des Objektes kommt durch die relativ natürlich/lebendig geformte Faust sowie die zerschlagene Scheibe des sonst statischen Monitors. Durch die hohe Lichtdurchlässigkeit des Alabasters wirkt die Faust jedoch nicht wie eine „ menschliche“, sondern wie eine „fremde“ Faust. Dieser Eindruck wird noch durch die nicht authentische Form verstärkt (z.B. Daumen). Auch die glatte “unbeschädigte“ Oberfläche der von innen die Bildröhre durchschlagenden Steinfaust assoziiert das nicht menschliche/unnatürliche welches wiederum im Kontext zum organischen Rosshaar steht.

Was ist ein Computer/-monitor?

Etwas totes mit dem heute ein immer größer werdender Bereich unseres Lebens bestimmt wird?!

Oder ist innen etwas wie Leben?!

Die Personifizierung dieser toten Materie nimmt beim Benutzer eine stets größer werdende Rolle ein. Die natürliche Materie, der Energiespeicher Stein, steht im Widerspruch zur Energieverbrauchenden Elektronik unserer gegenwärtigen Zukunft.